Winterwetter

Wenn Schnee und Eis die Wasserrohre gefährden: So können sich Alfelder schützen und das ist im Notfall zu tun

Alfeld - Wenn die Temperaturen in den Minusbereich sinken, dehnen sich Flüssigkeiten in Wasserleitungen aus. Die Folge: Rohre können platzen, die Heizung bleibt kalt. Eine Expertin gibt Tipps, wie Mieter und Hausbesitzer Frostschäden vorbeugen können. Und die Alfelder Wasserwerk GmbH sagt, was im Notfall zu tun ist.

Die angekündigten eisigen Temperaturen bergen auch immer das Risiko, dass Wasserrohre platzen. In Alfeld steht ein 24-Stunden-Notdienst bereit. Foto: Archiv

Alfeld - Der Winter hält weiter an. Für die kommenden Nächte sagen die Wetterexperten für Alfeld bis zu minus 14 Grad an. Sorgenvoll betrachtet auch Thorsten Laugwitz, Geschäftsführer der Alfelder Wasserwerke GmbH, die eisigen Temperaturen und das darauffolgende Tauwetter. Denn: Diese sind eine Belastungsprobe für die städtische Wasserversorgung. Er sagt, was im Notfall zu tun ist. Eine Hildesheimer Expertin hat zudem Tipps, wie jeder und jede zu Hause die Leitungen schützen kann.

Etwas ängstlich blickt Thorsten Laugwitz am Freitag durchaus aus dem Fenster. Die angesagten Minusgrade bereiten dem Geschäftsführer Sorgen. „Ein Wasserrohrbruch ist einfach kein Spaß“, sagt er. Möglich sei der aber durchaus. „Und überhaupt nicht vorhersehbar“, so Laugwitz. Durch Frost und Tauwetter käme Bewegung ins Erdreich. Dabei könnte ein Stein so gegen ein Wasserrohr gedrückt werden, dass das beschädigt wird. „Heutzutage werden die Rohre in Sand verlegt“, erklärt der Fachmann. Der Sand schütze die Rohre. Das Problem sei aber, „dass wir nicht wissen, wie die Vorväter die Rohre verlegt haben“, gibt er zu bedenken. Früher sei beispielsweise auch durchaus Schutt von Straßenbauarbeiten bei Kanalarbeiten verwendet worden.

24-Stunden-Notdienst

Was ist zu tun, wenn tatsächlich ein Wasserrohr bricht? Die Avacon Wasser hat die Betriebsführung bei Alfelder Wasserwerk und bietet auch einen 24-Stunden-Notruf an. Wer also Probleme hat, soll unverzüglich die Telefonnummer 0800/2001080 wählen. Rund um die Uhr steht ein Team für Notfälle zur Verfügung. Wie lange es dauert, bis der Schaden behoben ist, das Wasser wieder läuft, hängt immer davon ab, wie groß der Schaden ist.

Einen hundertprozentigen Schutz vor Wasserrohrbrüchen gibt es nicht, sehr wohl aber kann man einiges tun, um zumindest im eigenen Haus vorzusorgen. Und das ist auch ratsam.

Wer haftet?

Denn auch in ungeschützten Kellerrohren kann das Wasser gefrieren und die Leitung platzen lassen. Gefahr im Verzug ist vor allem bei ungenutzten Gebäuden oder Räumen – hier merkt man Frostschäden oft erst spät. Besonders ärgerlich: Gemäß Paragraf 18 Absatz 3 der „Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Versorgung mit Wasser (AVBWasserV)“ haben Hauseigentümerinnen und -eigentümer bei Beschädigung des Wasserzählers, auch bei Frostschäden, die Kosten für die Instandsetzung beziehungsweise die Erneuerung des Zählers zu tragen. Nicht zuletzt deshalb ist es ratsam, bereits vor Einbruch der Kälte empfindliche Stellen im Haus zu überprüfen und diese gegebenenfalls zu präparieren.

„Bei undichten Fenstern oder Außentüren sollte man am besten die Isolierung ausbessern, damit keine kalte Zugluft auf die Rohre wirkt. Dichten Sie Fenster und Türen so weit ab, dass keine kalten Luftzugänge entstehen“, rät Katrin Groß, Pressesprecherin bei der EVI Energieversorgung Hildesheim. Räume mit wasserführenden Rohren, die man selten oder gar nicht nutzt, sollte man zudem auf eine Mindesttemperatur von vier Grad Celsius aufheizen.

Richtiges heizen

Hausbesitzern rät Groß, unbeheizte Dachböden oder Kellerräume zusätzlich zu dämmen – herrschen über einen längeren Zeitraum deutliche Minusgrade unter minus 10 Grad Celsius, sollte man zusätzlich mit einer Standheizung heizen. Im Garten sei es wichtig, die Wasserzufuhr für den Gartenwasserhahn über das Absperrventil abzudrehen. Dabei sollte man darauf achten, verbliebene Wasserreste auf jeden Fall vollständig aus der Leitung laufen zu lassen. Tipp: Wer ganz sicher gehen will, kann die Rohre abschließend mit Druckluft durchpusten. Wasserhähne, die nicht von der Wasserzufuhr getrennt werden können, aber dennoch möglicherweise Minustemperaturen ausgesetzt sind, sollte man vor und nach dem Zubettgehen kurz aufdrehen und laufen lassen. Der Grund: Ist Wasser in Bewegung, gefriert es nicht so schnell wie stehendes Wasser.

Freiliegende Wasserrohre müssten, so rät Groß weiter, mit entsprechendem Isoliermaterial gedämmt werden, hier kann man etwa zu Schaumstoff-, Kautschuk- oder Styroporschläuchen greifen. Versteht sich eigentlich von selbst: Kellerfenster sollten immer geschlossen bleiben, damit die Wärme im Haus bleibt und die Rohre geschützt werden.

  • Alfeld
  • Alfeld
Anmerkung zum Artikel

Sie haben einen Fehler im Artikel gefunden? Oder haben Sie weitere Informationen zu dem Thema für uns? Dann teilen Sie uns diese gerne mit.