Vom Leben in Alfeld

Z wie Zeichensetzung

Alfeld - Für Redakteurin Nathalie Benkendorf fehlt in den gängigen Kommunikationsmodellen eine Ebene. Ihr Erklärungsversuch.

In ihrer Kolumne „Von A bis Z“ blickt die Redaktion der AZ auf die Anekdoten aus ihrem Alltag in Alfeld und dem Leinebergland. Foto: AZ

Alfeld - Kommunikation ist schwierig, liebe Leserinnen und Leser. Verschiedene Ebenen und Formen lassen einiges verwischen und in Schriftform kommt auch noch Zeichensetzung hinzu. Passenderweise will ich Ihnen hier einmal meine eigene, eventuell steile These vorstellen: Zeichensetzung ist Generationssache. Dafür habe ich Anschauungsmaterial mitgebracht.

Zuerst sehen wir uns an, wie mein Kollege im Gruppenchat heute angekündigt hat, dass ich diese Kolumne schreibe: „Nathalie schreibt das A bis Z …“

Und nun stellen Sie sich einmal vor, wir würden gemeinsam den WhatsApp-Verlauf zwischen meiner Mutter und mir durchscrollen. Ignorieren Sie bitte die Bilder von selbstgezüchteten Erbsen und Erdbeeren, es geht um den Zeitraum, in dem ich das letzte Mal zu Hause war und einen langen Spaziergang mit dem Hund gemacht habe. Meine Mutter schrieb: „Das Essen ist fertig …“

Fällt Ihnen etwas auf? Genau, die drei Punkte! Was sollen die bedeuten? Für mich, als jemand, der auf der Schwelle zwischen der Millennial und der Generation Z geboren wurde, wirken sie mystisch, tiefsinnig und gewissermaßen vorwurfsvoll. Was mag es wohl verheißen, wenn ich das A bis Z schreibe? Und sollte ich ein schlechtes Gewissen haben, weil das Mittagessen fertig wurde, während ich unterwegs war?

Mein Kollege und meine Mutter liegen derweil alterstechnisch nicht weit auseinander. Bei meiner Mutter weiß ich, dass sie die drei Punkte einfach nur so gesetzt hat. „So schreibt man halt“, hat sie auf Nachfrage beim lauwarmen Mittagessen erklärt. Was mein Kollege meint, kann ich Ihnen nicht sagen. Vielleicht haben Sie ja eine Ahnung?

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