Vom Leben in Alfeld

A bis Z: Im Wald verlaufen

Alfeld - Nicht immer steht bei der Pilzsuche die Angst davor, ein giftiges Exemplar im Korb nach Hause zu bringen, im Vordergrund. Manchmal geht es auch darum, nicht vom Weg abzukommen, weiß AZ-Redakteurin Stephanie Marschall.

In ihrer Kolumne „Von A bis Z“ blickt die Redaktion der AZ auf die Anekdoten aus ihrem Alltag in Alfeld und dem Leinebergland. Foto: az

Alfeld - Ich gebe zu, ich esse für mein Leben gerne Pasta – am liebsten mit gutem Olivenöl und gehobelten Trüffeln. Am Ende darf eine dicke Schicht von frisch geriebenem Parmesan nicht fehlen. Lecker! Aber auch das Angebot von Nudeln mit Steinpilzen steht bei mir hoch im Kurs – das weckt Kindheitserinnerungen, meine Mutter war eine leidenschaftliche Pilzsammlerin. Sie roch sofort, wenn es im Sommer oder Herbst nach einem Regentag die richtige Zeit war, um mit Messer, Korb und Geschirrtuch in den Wald zu ziehen. Oft habe ich sie auf diesen langen Touren begleitet. Meine Sorge bestand nicht darin, dass meine Mutter die falschen Exemplare in den Korb legen würde, sondern: Ich hatte Angst, dass wir nicht zurück zu unserem Auto finden würden. Es ging kreuz und quer bei Mamas Suche. Auch beim Verwandtenbesuch an der tschechischen Grenze steckte meine Mutter alle mit ihrer Freude am Pilzsammeln an. Einmal krochen wir dort zu viert wie immer kreuz und quer durch dichtes Unterholz. Bis wir von drei uniformierten Männern gestoppt wurden – wir hatten bei der Suche nach Pfifferlingen bereits die deutsche Grenze überschritten. Nach einem neugierigen Blick in unsere Körbe schickten uns die netten Nachbarn wieder auf den richtigen Weg.

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