Alfeld - Für die Alfelderin Anika Müller war es wie nach Hause kommen, als die heute 35-Jährige Anfang des Jahres zur Ladysnight ins Sound ging. In der Disco hat sie einen Großteil ihrer Jugend verbracht. Bis heute schwärmt sie vom goldenen Ticket, Promi-Begegnungen und den guten alten Zeiten. Zum 25. Jubiläum der Alfelder Disco, verrät Müller, wie es dazu kam, dass sie mit einem Star-DJ zusammen an der Theke saß – und lebenslang freien Eintritt im Sound hat.
Bis zum Morgengrauen getanzt – und danach zu McDonald’s
„In meiner Jugend war ich jeden Freitag und Samstag im Sound“, sagt Anika Müller. Als sie das erste Mal in die Alfelder Disco ging, brauchte sie noch einen Muttizettel – der natürlich nicht immer von den Eltern selbst unterschrieben wurde. „Für mich war das Sound damals wie ein zweites Zuhause. Hier habe ich meine Freunde getroffen, ersten Liebeskummer überstanden und eine unbeschwerte Zeit gehabt“, sagt die 35-Jährige heute.
Ihrem Outfit und der Getränkeauswahl ist sie dabei immer treu geblieben: schwarze Schlaghose mit weißem Neckholder-Top und in der Hand einen Vodka-E. „Würde ich den heute trinken, würde ich umfallen“, ist sich Müller sicher. Mit ihrem Freundeskreis feierte sie oft so lange, bis draußen schon die Sonne schien und im Sound das Rausschmeißerlied „Wer hat an der Uhr gedreht?“ gespielt wurde. Nach Hause ging es für Müller und ihre Freunde dann aber noch lange nicht: „Vor dem Heimweg haben wir erst mal bei McDonald’s oder beim Bäcker gefrühstückt.“
Jedes Wochenende feiern geht ins Geld
Vor allem als Teenie kann es aber sehr teuer werden, jedes Wochenende in die Disco zu gehen, Eintritt und Getränke zu bezahlen. Während einer Zigarettenpause vor dem Eingang klagte sie ihr Leid damals also dem Sound-Betreiber Andreas Franke. „Und plötzlich zog Andi ein Goldticket aus seiner Tasche und drückte es mir in die Hand“, erinnert sich Müller noch gut. Ein Goldticket! Das bedeutete lebenslang freien Eintritt im Sound. In ihrer Freundesgruppe sei das etwas Besonderes gewesen, sie kannte keinen, der auch so ein Ticket besaß.
Im Gedächtnis geblieben ist Müller auch der Sound-Besuch von dem bekannten Party-DJ Mark ’Oh. „Er war damals schon ein Teenie-Idol, für das viele Mädels schwärmten“, gibt Müller zu. Also nutzte sie die Gelegenheit, um sich zu ihm an die Theke zu setzen und zu quatschen.
Ein Wiedersehen nach vielen Jahren
Mit Mitte 20 hat sich ihr Freundeskreis geändert und Müller wuchs, wie sie selbst sagt, allmählich aus dem Party-Alter raus. Heute wohnt die 35-Jährige in Brüggen, arbeitet als Verwaltungsangestellte und hat eine 7-jährige Tochter. Das Goldticket – ungenutzt. Bis sie Anfang des Jahres in den sozialen Medien auf eine Ankündigung für eine Ladysnight im Sound stieß. Mehr aus Spaß als aus Ernst teilte sie den Post mit ihren Freundinnen. „Ich hätte es nicht gedacht, aber die waren sofort begeistert von der Idee“, sagt Müller.
Als sie im Januar schließlich für die Ladysnight ins Sound zurückkehrte, „fühlte es sich an, wie nach Hause kommen.“ An den Drinks, der Location und der Musikvielfalt hat sich aus ihrer Sicht wenig verändert. Aber: „Früher waren mehr Erwachsene da. Bei unserem Besuch gehörten wir Mädels jetzt schon zu den älteren Partygästen.“ Trotzdem kann sich Müller gut vorstellen, wiederzukommen: „Vielleicht zeige ich meiner Tochter später auch mal, wo ich als Jugendliche gefeiert habe. Aber das hat noch ein paar Jahre Zeit.“
Geschichten der Partygäste zum 25-jährigen Sound-Jubiläum
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