Alfeld - Die Partyszene hat sich in den vergangenen Jahren spürbar gewandelt. Während es vor einigen Jahren noch üblich war, an den Wochenenden von Disco zu Disco zu ziehen, gehen die Jugendlichen heute deutlich seltener abends aus. Viele Betreiber mussten aufgrund des fehlenden Zulaufs ihre Lokale schließen. Nicht aber Andreas Franke, der seit 25 Jahren das Sound in Alfeld am Leben hält – und das trotz einiger Hindernisse.
Ein Traum und ein ganz besonderer Geburtstag
Es ist das Jahr 2000. Der damals 38-jährige Andreas Franke hegt schon lange den Wunsch, eine eigene Diskothek zu eröffnen. Bereits seit einigen Jahren arbeitet er in der Branche, als sich für ihn zur Jahrtausendwende die Chance ergibt, seinen Wunsch zu erfüllen. Durch Zufall erfährt er, dass die Diskothek an der Hannoverschen Straße in Alfeld leer steht. Nach einem Gespräch mit dem Verpächter steht für Franke fest: „Hier eröffne ich meine eigene Disco, und sie wird Sound heißen.“
Das ist mittlerweile 25 Jahre her. In der Zeit hat Franke viele unvergessliche Momente erlebt. Neben Heiratsanträgen und zahlreichen Mottopartys, bleibt ihm ein Tag besonders im Gedächtnis. Vor der Disco stand vor einigen Jahren eine 90-Jährige, die ihren runden Geburtstag mit ihren Enkeln und Urenkeln feiern wollte: „Die Frau hat sich bei uns an die Theke gesetzt, und hier ordentlich gefeiert“, berichtet Franke. Dass eine 90-Jährige im Sound ihren Geburtstag verbringt, kommt nicht jeden Tag vor. Doch laut Franke würden seine Gäste mit 16 bis 70 Jahren durchaus eine große Altersspanne haben.
Die Partyszene hat sich gewandelt
Aber die 16-Jährigen feiern längst nicht mehr so wie vor 25 Jahren: „Während Corona haben die jungen Leute das Feiern verlernt“, meint Franke. Die Partyszene hätte sich seitdem deutlich verändert, weil weniger Jugendliche abends ausgehen würden, und lieber unter Freunden bleiben. Dabei ist es eigentlich genau das, was Franke an seinem Beruf so liebt: „Arbeit mit Jugendlichen hält mich jung und fit“, sagt der 63-Jährige. Und auch wenn längst nicht mehr alle Jugendlichen jedes Wochenende feiern gehen, würden samstags immer noch mehrere Hundert Menschen aus Alfeld, dem Leinebergland und teilweise auch aus Hannover ins Sound kommen.
Als Franke die Disco, die vor ihm bereits von anderen Betreibern unter den Namen Easy, Highlight und Big Apple betrieben wurde, übernahm, sah sie noch ganz anders aus. „Gegenüber von Eingang und DJ-Pult stand damals eine zwölf Meter lange Theke und sonst gab es fast nichts“, erzählt der Betreiber. Das änderte er, baute das Sound im Laufe der Jahre insgesamt siebenmal um. Heute gibt es viele Lichter und Discokugeln. Da, wo früher die lange Theke war, ist heute ein Raucherraum – geblieben sind die zwei Theken an den Eingängen. Zwei VIP-Bereiche, für alle, die unter sich bleiben wollen, sind über eine Treppe zu erreichen. Und wer die Treppe noch etwas höher geht, kommt zum zweiten Raucherraum.
Auch für das Sound gab es schwierige Zeiten
Dass das Sound auch schwierige Zeiten wie die Corona-Pandemie überstehen konnte, verdanke Franke aber nicht nur seinen Gästen und Mitarbeitenden. Denn: Das Sound-Gebäude und das Gelände pachtet er von der Firma Grecon. Trotz wechselnder Geschäftsführer, sei die Zusammenarbeit stets auf Augenhöhe verlaufen. Und das, obwohl es seit der Eröffnung immer wieder Gerüchte gab, dass das Sound zugunsten neuer Firmengebäude abgerissen werden soll. Doch Franke stellt klar: „An den Gerüchten war nie was dran. Grecon hat zwar weitere Hallen gebaut, aber neben, und nicht auf dem Sound-Gelände.“
Mit seinen 63 Jahren könnte Franke bald in den Ruhestand gehen. Aber: „Ich mache solange weiter, wie es mir Spaß macht.“ Und Spaß macht es ihm nach wie vor. Franke hat im Sound Freundschaften geschlossen – mit den Partygästen am Morgen manchmal sogar noch gefrühstückt. Besonders freut es ihn, wenn Erwachsene, die hier als Jugendliche gefeiert haben, Jahre später ihre Kinder mitbringen und sie ins Partyleben einführen. Aber mit den Jahren hat Franke auch gelernt, dass es wichtig ist, eine gewisse Distanz zu den Gästen zu bewahren. „Sonst denken die ganz schnell, die können hier alles machen“, sagt Franke. Mittlerweile kenne er seine „Pappenheimer“ – und weiß, auf wen er ein besonderes Auge haben muss. Denn: „Wo es Alkohol gibt, wird sich auch gekloppt“, sagt der Betreiber.
Franke gibt in wenigen Wochen eine Jubiläumsparty
Ein Ort, der den Gästen für gewöhnlich verborgen bleibt, ist das Büro von Franke. An einer Bürowand hängt ein Bilderrahmen mit Autogrammkarten von den Stars und Promis, die in den Jahren im Sound aufgetreten sind – und das waren einige. „Wir hatten unter anderem Pietro Lombardi, und mehrfach auch Markus Becker und Michi Krause hier in Alfeld“, erzählt er stolz.
Für die Jubiläumsparty zum 25. Geburtstag des Sounds will Franke allerdings auf bekannte Gesichter aus der Region setzen. Einen der DJs, die am Samstag, 13. Dezember, auflegen, kündigt Franke schon jetzt an: „Unser Resident-DJ Tomtom wird natürlich dabei sein. Er legt hier schließlich schon seit 25 Jahren auf.“

