Alfeld - Die Gronauerin Stefanie Böckelmann verbindet mit dem Sound in Alfeld nicht nur Party und lange Nächte. Sie hat dort vor einigen Jahren ihre große Liebe gefunden. Doch kurz nachdem sie mit ihrem heutigen Ehemann Jan zusammenkam, mussten die zwei eine schwere Zeit zusammen meistern. Denn: In der Disco hatte Jan Böckelmann einen schweren Unfall – der das Leben der beiden bis heute prägt. Zum 25. Jubiläum der Alfelder Disco erzählt Stefanie Böckelmann ihre Geschichte.
Ein Unfall in der Disco schweißt das junge Paar enger zusammen
„Zwischen 2006 und 2009 war unsere Zeit im Sound“, sagt die Gronauerin Stefanie Böckelmann. Mit Uns meint sie ihren Freundeskreis, mit dem sie damals jedes Wochenende in die Alfelder Disco ging – anfangs noch mit schriftlicher Erlaubnis ihrer Eltern. Auch der Alfelder Jan Böckelmann feierte dort häufig mit seinen Freunden. „Wir haben durch Zufall an einem der Abende angefangen zu quatschen und schließlich Nummern ausgetauscht“, erinnert sich Böckelmann. Damals war sie 18 und Jan Böckelmann 19 Jahre alt. Die Stimmung an ihrem Kennenlernabend sei super gewesen – wie an jedem anderen Abend in der Disco auch. Promi-Auftritte und Mottopartys waren für die Gronauerin nebensächlich. Denn: „Die feiernden Menschen haben das Sound immer zu einem besonderen Ort gemacht.“
Etwa drei Monate, nachdem die beiden zusammengekommen sind, dann das Unglück: Jan Böckelmann erleidet im Februar 2009 einen schweren Unfall im Sound. „Meinem Mann ist eine Bierflasche an den Kopf geflogen. Die hat auch sein Auge getroffen, das dann mit etwa 30 Stichen genäht werden musste“, erinnert sie sich. Bis heute habe er mit den Folgen des Unfalls zu kämpfen. Auf dem verletzten Auge sieht Jan Böckelmann nur noch zehn Prozent. Und er habe häufig Kopfschmerzen.
Der Täter habe wohl eigentlich einen anderen Mann, mit dem er Streit hatte, treffen wollen. Weil Jan Böckelmann das bemerkt hatte, wollte er das anvisierte Opfer warnen und bekam schließlich selbst die Flasche ab. „Uns hat diese Zeit damals sehr zusammengeschweißt“, sagt seine Ehefrau, die an dem Abend selbst nicht mit im Sound war. Sie hat erst von dem Unfall erfahren, als Jan Böckelmann schon auf dem Weg ins Krankenhaus war. Der Täter ist von der Polizei nie geschnappt worden. Zwar hätten wohl viele damals gewusst, wer die Flasche geworfen habe, aber keiner wollte den Täter an die Polizei verraten.
Im Sound haben sich die beiden nicht zum ersten Mal gesehen
Trotz des folgenschweren Unfalls seien die beiden etwa ein Jahr später wieder zusammen in die Alfelder Disco gegangen. Stefanie Böckelmann glaubt nicht, dass die beiden sich ohne die Begegnung im Sound näher gekommen wären. Denn: Später stellte sich heraus, dass sich die beiden vor ihrer Begegnung im Sound schon einmal über den Weg gelaufen waren. „Ich habe damals in Alfeld im Einzelhandel eine Ausbildung gemacht. Jan kam in den Laden und wollte eine Jacke kaufen, da habe ich ihn beraten“, sagt sie. Wiedererkannt habe sie ihn im Sound aber nicht – er sie dafür schon.
Seit 2019 sind die heute 36-Jährige und der 37-Jährige verheiratet. Gemeinsam wohnen sie in Gronau und haben zwei Söhne – drei und zwölf Jahre alt. Sie selbst sei vor wenigen Jahren zum letzten Mal im Sound gewesen, allerdings ohne ihren Ehemann. „Da war es nicht mehr so voll wie früher und es waren fast ausschließlich Jugendliche da“, sagt sie. Sobald ihr älterer Sohn im „Party-Alter“ ist, würde sie gerne noch mal mit ihm gemeinsam ins Sound zurückkehren.
Geschichten der Partygäste zum 25-jährigen Sound-Jubiläum
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