Hildesheim - Die Ersten kamen um kurz nach 4 Uhr nachts. Und zwar extra aus Braunschweig. Müde lehnt die junge Frau, die ganz vorn in der Schlange steht, um kurz vor 8 Uhr an der Glasscheibe am Eingang zum neuen Marktkauf im ehemaligen Real-Markt am Cheruskerring. Auch ihre Freunde schauen etwas übernächtigt aus der Wäsche. Doch als ein Mitarbeiter um Punkt 8 Uhr die Tür öffnet, eilen sie beschwingten Schrittes hinein und, gelenkt durch ein wohlweislich aufgestelltes Hinweisschild, sofort nach links durch die sogenannte Mall. Hinter ihnen entwickelt sich eine regelrechte Stampede: Hunderte stürmen in den Markt. Ihr Ziel: ein kleiner Shop in der Ladenzeile vor den Kassen. Dort gibt es günstig Pokémon-Karten. Und zwar außergewöhnlich viele.
Eine einsame Kassiererin
Das Pokémon-Angebot hatte Marktkauf sich für den ersten Öffnungstag überlegt, um noch mehr Aufmerksamkeit auf den Start in Hildesheim zu lenken. Das klappte offenbar noch besser als erwartet. „Es ist genug für alle da, wir limitieren die Ausgabe auch“, sagte Marktleiter Lars Ogiermann um 8 Uhr. Eine knappe halbe Stunde später klang er schon etwas skeptischer: „Ich hoffe, es reicht für alle!“ Dass die Pokémon-Aktion viele Menschen anlocken würde, sei ihm aus Erfahrung bewusst gewesen. Wie groß der Andrang dann wirklich war, überraschte ihn dann doch.
Mehrmals kam die Ansage „In der Pokémon-Schlange bitte nicht drängeln und schubsen“ über die Lautsprecher des Marktes, Mitarbeiter eines eigens engagierten Sicherheitsdienstes behielten die Massen im Blick, während in dem kleinen Pokémon-Shop eine einsame Kassiererin tapfer Kunde um Kunde bediente.
Entspannter Endspurt
Aber auch im Markt selbst herrschte kurz nach dem Einlass schon reges Treiben. Die ersten Kunden schoben ihre Einkaufswagen durch ein Spalier applaudierender Mitarbeiterinnen. Zudem hatte Marktleiter Ogiermann 5000 Rosen für die ersten 5000 Kunden besorgen lassen. Wer wollte, bekam zur Begrüßung auch ein Glas Sekt, was um 8 Uhr aber noch auf nicht ganz so großes Interesse stieß. Anders als eine eigens abgestellte Mitarbeiterin, die neugierigen Kunden die „Easy Shopper“-Einkaufswagen erklärte und das auch die ganze Woche über machen soll. Sie war ständig gefragt.
Der Endspurt zum Eröffnungstag verlief indes entspannter, als es mancher befürchtet hatte. „Am Dienstag um 14 Uhr waren wir eigentlich mit allem fertig“, berichtete Marktleiter Ogiermann.
