Alfeld/Röllinghausen - Der Fortbestand der Metallgießerei Funke ist gesichert. Die Gläubigerversammlung hat am Dienstag dem Insolvenzplan von Insolvenzverwalter Ingo Thurm (Kanzlei Pluta, Hannover) zugestimmt. Damit kann das seit gut einem Jahr laufende Insolvenzverfahren über den Industriebetrieb in Kürze aufgehoben werden. Das Unternehmen steht dann wieder auf eigenen Füßen, der Insolvenzverwalter zieht sich zurück.
Schuldenschnitt
Die Zustimmung der Gläubiger sei „ein starkes Signal des Vertrauens und der entscheidende Schritt für den Neustart“, erklärte Thurm. „Nach der gerichtlichen Bestätigung des Plans könne das Insolvenzverfahren zeitnah beendet werden. Für den Betrieb schafft dies Rechtssicherheit, klare Strukturen und die Grundlage für eine dauerhafte Fortführung des Geschäftsbetriebs außerhalb des Insolvenzverfahrens“, sagte Thurm am Dienstag weiter.
Die Metallgießerei Funke hatte im Oktober 2024 einen Insolvenzantrag gestellt. Ingo Thurm hatte zunächst nach neuen Eigentümern gesucht und war in Gesprächen mit möglichen Investoren zwischenzeitlich auch schon recht weit, es kam aber keine Übernahme zustande. Daraufhin entwickelte der Insolvenzverwalter einen Alternativvorschlag, der auf einen Schuldenschnitt der Gläubiger für Funke hinauslief.
Festing und Kaste neu dabei
Dabei half, dass Thurm das Unternehmen über ein Jahr in der Insolvenz weitergeführt hatte. Der Betrieb lief auf Hochtouren, die Firma konnte Aufträge gewinnen und Umsätze generieren. Im Zuge der Insolvenz verließen insgesamt 24 Beschäftigte die Firma. Insolvenzverwalter Thurm unterstrich aber noch einmal, dass er keine betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen habe.
Allerdings ändert sich nun etwas an der Eigentümerstruktur der Metallgießerei Funke. Wilhelm Funke und Jürgen Dreyer bleiben Gesellschafter. Birgit Bredthauer zieht sich hingegen zurück. Dafür steigen mit Sascha Festing, bislang schon dritter Geschäftsführer neben Funke und Dreyer, sowie mit Jan Kaste zwei langjährige Führungskräfte der Metallgießerei Funke als zusätzliche Gesellschafter mit ein. Kaste hatte einst Modellbauer bei Funke gelernt und sich dann in der Firma hochgearbeitet.
Aufträge aus anderen Branchen
„Mit der neuen Gesellschafterstruktur ist das Unternehmen gut aufgestellt, um den zuletzt eingeschlagenen Weg erfolgreich fortzusetzen“, betont der bald scheidende Insolvenzverwalter Thurm. Wie berichtet, verringert Funke seine Abhängigkeit von der Automobilindustrie und gewinnt verstärkt Aufträge aus anderen Branchen.
